Zukunftsfokussierter Weinbau

Der Beruf des Winzers ist in ständigem Umbruch. Seit Jahrhunderten ist der Weinbauer mit Schwierigkeiten konfrontiert, die er immer wieder mit Fatalismus, Entschlossenheit und Fantasie überwindet. Heute besteht die Herausforderung in der respektvollen, nachhaltigen Bearbeitung der Rebberge, um den nachfolgenden Generationen fruchtbare Böden hinterlassen zu können.

 

Wir Winzer müssen verschiedene Krankheiten bekämpfen, allen voran den Mehltau und die Braunfäule.

Unabhängig davon, ob wir verantwortungsvollen, biologischen oder biodynamischen Rebbau betreiben, sind wir gezwungen, die Reben mit Pflanzenschutzmitteln vor Krankheiten zu schützen. Wir, die diese einsetzen, sind als Erste davon betroffen. Im Bewusstsein aller Risiken stellen wir uns im eigenen Betrieb der ökologischen und wirtschaftlichen Verantwortung.

 

Aufgrund dieser Feststellungen und dem Ziel, einen wirtschaftlich effektiven Rebbau zu betreiben, testen wir seit einigen Jahren ein agronomisch hoch interessantes Modell. Wir haben neue Rebsorten, ein Resultat floraler Kreuzungen, angepflanzt; man spricht hier von «interspezifischen» Sorten. Dies im Gegensatz zu den bekannten unveränderten Sorten, wie Pinot noir oder Chasselas, die den «intraspezifischen» Sorten zugerechnet werden.

 

Die neuen Sorten, der Sauvignac, Divico oder Muscaris haben aussergewöhnliche agronomische Vorteile: Dank dem Erbgut ihrer Eltern sind sie gegenüber den hauptsächlichen Krankheiten fast vollumfänglich resistent.

 

Die Weine der neuen Produktlinie «Germination» wurden inzwischen in Flaschen abgefüllt und können nun bezogen werden. Die Frage, ob diese wesentlich rustikaleren und aromatischeren Weine die Zukunft prägen werden, oder eine Kuriosität bleiben, lässt sich erst in ein paar Jahren beantworten.